Die USA sind bekannt für ihre großen Distanzen. Jeder, der hier schon einmal seinen Urlaub verbracht hat und dabei mehr als einen Ort besuchen wollte, kann dies sicher gut nachvollziehen. Wenn es um das Auffinden und Beobachten von Gewittersystemen und Tornados geht, dann spielen große Entfernungen manchmal noch eine größere Rolle, da man gewissermaßen nicht selbst entscheidet, wohin die Reise geht, sondern die Wetterkarten geben das Zielgebiet vor. Zwischen Unwetterregionen können so mitunter hunderte Kilometer, ja selbst einige Bundesstaaten liegen.
Zwei dieser Tage hatten wir nun, wobei es sich strenggenommen nicht nur um Autofahrten handelte, sondern zumindest in Abschnitten auch um freiwilliges - und unfreiwilliges - Durchqueren von Gewitterregionen, die die Fahrten teils interessant, teils aber auch sehr mühsam machten. Nach unserem nächtlichen Erlebnis östlich der Black Hills in Süddakota am Tag 9 hieß es am Folgetag die nach Osten ziehende Kaltfront wieder einzuholen. Vor dieser Front befand sich nämlich die schwül-warme Gewitterluft und das nationale Sturmvorhersagezentrum SPC schätzte die Situation östlich dieser Front über Minnesota und Iowa doch als kritisch genug ein, um unsere Motivation für stundenlanges Sitzen im Auto anzufachen.
Also ging es auf direktem Wege bis in den Südteil von Minnesota, wo uns bei stürmischem Südwind und etwa 30 Grad dichte Wolken erwarteten. Aus diesen Wolkenfeldern sollte sich im Laufe des Nachmittags ein riesiges Band voller kräftiger Gewitter und wolkenbruchartigen Regens entwickeln. Da wir aber auch immer ein wenig an die Strategie für den Folgetag denken müssen, war eine ungefähre Region für den nächtlichen Zwischenstop schon klar, bis zum späten Abend sollten wir in der Gegend um Omaha/Council Bluffs ankommen. Also beobachteten wir auf dem Weg dorthin einige Gewitter mit sehr viel Regen und heftigem Wind.
Dieser Gewitterbereich begleitete uns schließlich bis zu unserem Zielort, immer wieder gab es nach kurzen, trockenen Pausen sehr blitzreiche Gewitter, stellenweise sogar Hagel und enorme Wassermassen, die das Fahren auf der Interstate mitunter ziemlich erschwerten. Schlussendlich kamen wir dann von Wetterleuchten begleitet in Council Bluffs an, unser Zwischenstop auf dem weiten Weg weiter nach Süden. Unser eigentliches Ziel für den heutigen Tag lag nämlich im Osten Oklahomas, denn in der Nacht hatte es der Südteil der Front bereits so weit nach Süden geschafft, dass uns nichts anderes übrig blieb, als wieder viele Stunden im Auto und auf der Straße zu verbringen.
Unser heutiger Zielort McAlester in Oklahoma entschädigte uns dafür aber ein wenig mit tropisch anmutender Luft, sanften, bewaldeten Hügeln in der Umgebung und aufkommendem Wetterleuchten aus Süden und Westen. Wir sind also wieder dort, wo wir sein wollen: Inmitten von beeindruckenden Wettersystemen, die uns immer wieder aufs neue faszinieren und fesseln...
Twittern






Facebook











