Tornadojäger USA

Tag 10 und Tag 11 - Lange Fahrten und einige Gewitter

12. Juni 2012

Wolkenbruchartiger Regen über einer Kleinstadt in Iowa

Wolkenbruchartiger Regen über einer Kleinstadt in Iowa

Die USA sind bekannt für ihre großen Distanzen. Jeder, der hier schon einmal seinen Urlaub verbracht hat und dabei mehr als einen Ort besuchen wollte, kann dies sicher gut nachvollziehen. Wenn es um das Auffinden und Beobachten von Gewittersystemen und Tornados geht, dann spielen große Entfernungen manchmal noch eine größere Rolle, da man gewissermaßen nicht selbst entscheidet, wohin die Reise geht, sondern die Wetterkarten geben das Zielgebiet vor. Zwischen Unwetterregionen können so mitunter hunderte Kilometer, ja selbst einige Bundesstaaten liegen.

Zwei dieser Tage hatten wir nun, wobei es sich strenggenommen nicht nur um Autofahrten handelte, sondern zumindest in Abschnitten auch um freiwilliges - und unfreiwilliges - Durchqueren von Gewitterregionen, die die Fahrten teils interessant, teils aber auch sehr mühsam machten. Nach unserem nächtlichen Erlebnis östlich der Black Hills in Süddakota am Tag 9 hieß es am Folgetag die nach Osten ziehende Kaltfront wieder einzuholen. Vor dieser Front befand sich nämlich die schwül-warme Gewitterluft und das nationale Sturmvorhersagezentrum SPC schätzte die Situation östlich dieser Front über Minnesota und Iowa doch als kritisch genug ein, um unsere Motivation für stundenlanges Sitzen im Auto anzufachen.

Also ging es auf direktem Wege bis in den Südteil von Minnesota, wo uns bei stürmischem Südwind und etwa 30 Grad dichte Wolken erwarteten. Aus diesen Wolkenfeldern sollte sich im Laufe des Nachmittags ein riesiges Band voller kräftiger Gewitter und wolkenbruchartigen Regens entwickeln. Da wir aber auch immer ein wenig an die Strategie für den Folgetag denken müssen, war eine ungefähre Region für den nächtlichen Zwischenstop schon klar, bis zum späten Abend sollten wir in der Gegend um Omaha/Council Bluffs ankommen. Also beobachteten wir auf dem Weg dorthin einige Gewitter mit sehr viel Regen und heftigem Wind.

Kleinere Überschwemmungen begleiteten unseren Weg nach Council Bluffs, Iowa

Kleinere Überschwemmungen begleiteten unseren Weg nach Council Bluffs, Iowa

Dieser Gewitterbereich begleitete uns schließlich bis zu unserem Zielort, immer wieder gab es nach kurzen, trockenen Pausen sehr blitzreiche Gewitter, stellenweise sogar Hagel und enorme Wassermassen, die das Fahren auf der Interstate mitunter ziemlich erschwerten. Schlussendlich kamen wir dann von Wetterleuchten begleitet in Council Bluffs an, unser Zwischenstop auf dem weiten Weg weiter nach Süden. Unser eigentliches Ziel für den heutigen Tag lag nämlich im Osten Oklahomas, denn in der Nacht hatte es der Südteil der Front bereits so weit nach Süden geschafft, dass uns nichts anderes übrig blieb, als wieder viele Stunden im Auto und auf der Straße zu verbringen.

Unser heutiger Zielort McAlester in Oklahoma entschädigte uns dafür aber ein wenig mit tropisch anmutender Luft, sanften, bewaldeten Hügeln in der Umgebung und aufkommendem Wetterleuchten aus Süden und Westen. Wir sind also wieder dort, wo wir sein wollen: Inmitten von beeindruckenden Wettersystemen, die uns immer wieder aufs neue faszinieren und fesseln...


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Kommentare



Fazit

19. Juni 2012

Unsere komplette Route, die einzelnen Tage sind farblich unterschieden

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Nach kurzen Zwischenstopps in Toronto und London sind wir wohl behalten wieder in Wien gelandet. Inzwischen sind wir gar schon wieder ausreichend mit dem Wetter in Österreich beschäftigt. In etwa zwei Wochen haben wir in Amerika rund 9500 km zurückgelegt. Mit der Ausbeute sind wir recht zufrieden, auch wenn leider kein Tornado dabei war. Aber aus häufig nur marginalen Wetterlagen haben wir doch das meiste raus geholt. An immerhin 11 von 15 Tagen konnten wir tolle Gewitter samt großem Hagel, Sturmböen und wolkenbruchartigem Regen erleben.

 

Wir hoffen der Blog ist auf Interesse gestoßen und hat gefallen.

Martin, Lars und Steffen.

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Tag 14 - Ein Gewittersystem doppelt so groß wie Österreich

16. Juni 2012

Die Zahl 13 verbindet man für gewöhnlich eher mit schlechten, unglückbringenden Dingen. Ob es nun zum Beispiel Freitag, der 13. ist oder auch die 13. Etage in Hochhäusern, in der viele Menschen nicht unbedingt arbeiten oder leben möchten und die man folglich in manchen Ländern sogar schon beim Bau des Gebäudes einfach "überspringt". Auch für uns hat diese Zahl, in diesem Fall geht es um Tag 13 unserer Tour, zumindest bezogen aufs Wetter einen eher negativen Beigeschmack. Denn: Gewitter oder Ähnliches haben wir an diesem Tag überhaupt nicht gesehen - und das obwohl die Bedingungen günstig waren, doch außer einem blassgrauen Abendhimmel und ein paar kleinen Quellwolken tat sich sowohl nachmittags als auch abends gar nichts.

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Tag 12 - Zurück in die High Plains

14. Juni 2012

Bei 32 Grad im Schatten genießt auch so mancher Vierbeiner eine frische Brise

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Tag 9 - Nächtlicher Downburst und ein Blitzfeuerwerk

11. Juni 2012

Der Blick auf die Wetterkarten war am heutigen Samstag zunächst etwas ernüchternd. Zwar waren wir perfekt im Südwesten von South Dakota positioniert, in einer super Luftmasse, auf der Tiefvorderseite etc. Doch stellte sich schnell heraus, dass der Deckel tagsüber zu stark für Gewitter bleiben sollte. Es war also lange Zeit zu stabil. Bis die Kaltfront kam…

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Tag 8 - Ein wenig Sightseeing

10. Juni 2012

Heute Freitag ging es weiter nach Norden, ausgehend von Sterling in Colorado bis in die Black Hills im südwestlichen South Dakota. Grund hierfür ist ein Tief, welches sich im Grenzbereich zu Kanada immer weiter formieren soll. Auf der Vorderseite werden speziell am Samstag und Sonntag kräftige Gewitter erwartet, aber auch heute sollte es in den Black Hills im Südwesten von South Dakota bereits vereinzelt auslösen. Dem war jedoch nicht so.

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