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Rückblick: Der Juni 2012

02. Juli 2012

Bei Hochsommerwetter lässt sich das Eis genießen (Foto: © FotoMike1976, Fotolia)

Bei Hochsommerwetter lässt sich das Eis genießen (Foto: © FotoMike1976, Fotolia)

Ein sehr wechselhafter, aber wettertechnisch höchst interessanter Juni geht zu Ende. Nach einem verhaltenden Beginn und den verspäteten Eisheiligen sorgte tropische Hitze rasch für richtiges Sommergefühl, die Kehrseite davon waren jedoch zahlreiche Unwetter. Am letzten Wochenende des Monats gab es dann sogar in vielen Regionen Rekordhitze.

Mehr als 35 Grad Differenz, im Mittel deutlich zu warm


Die erste Juni-Dekade zeigte sich kaum sommerlich, sie war geprägt von Tiefdruckeinfluss und recht unbeständigem Wetter. Erst gegen Mitte des Monats kam der Sommer so richtig in Schwung. Am 20.6. wurde mit 35,3 Grad in Neusiedl und Andau (beide Burgenland) der Höhepunkt der ersten richtigen Hitzewelle des Jahres erreicht. Nach kurzer Abkühlung schlug ab 28.6. die zweite Hitzewelle zu. In deren Verlauf wurden am 30. an vielen Stationen neue Rekorde registriert und auch der alte absolute Monatsrekord von 37,2 Grad aus Langenlebarn (NÖ) aus dem Jahr 2000 konnte um immerhin 0,5 Grad überboten werden. Jetzt steht der Junirekord bei 37,7 Grad, gemessen in der Wiener Innenstadt und in Bad Deutsch Altenburg. Insgesamt fällt der Juni um 2 bis 3 Grad zu warm aus.

Heftige Unwetter

Die erste Hitzewelle wurde durch eine Unwetterlage beendet: Schwere Gewitter mit großen Regenmengen und Hagel sorgten in der Nacht auf den 21.6. in weiten Teilen Österreichs für lokale Überflutungen und Murenabgänge. In der Semmering-Region fiel der meiste Niederschlag, an der Wetterstation Semmering-Hirschenkogel wurden innerhalb von nur wenigen Stunden 105 l/m² registriert, das entspricht etwa der örtlichen Monatssumme.

Nasse Alpennordseite, trockener Süden und Osten

Insgesamt wurde zwischen Vorarlberg und Niederösterreich eineinhalbmal bis doppelt so viel Regen gemessen wie im langjährigen Schnitt. Vor allem in den im Jahr 2012 bislang zu trockenen Regionen wie dem Wald- und Weinviertel kann man von einem Regensegen sprechen, im Westen stieg allerdings die Hochwassergefahr an den Flüssen an. Auch der Bodensee erreichte einen Rekordpegel. Vom Raum Villach über das Burgenland bis ins Wiener Becken war es hingegen um bis zu 30 % zu trocken. Am meisten regnete es im vorderen Bregenzerwald (Alberschwende), hier fielen über 300 Liter pro Quadratmeter.


Höchste Temperaturen (in Klammer Stationshöhe, Bundesland und Datum des Auftretens):

37,7 Grad Wien-Innere Stadt (171 m, W, 30.6.); österreichweiter Juni-Rekord

37,7 Grad Bad Deutsch Altenburg (169 m, NÖ, 30.6.); österreichweiter Juni-Rekord

37,4 Grad Neusiedl am See (154 m, B, 30.6.); Stationsrekord

37,3 Grad Gänserndorf (167 m, NÖ, 30.6.); Stationsrekord


Tiefste Temperaturen (Talstationen):

-0,3 Grad Turnau (782 m, ST, 6.6.); Stationsrekord

0,1 Grad Galtür (1587 m, T, 14.6.)

0,2 Grad Freistadt (549 m, OÖ, 6.6.)

0,2 Grad Mariazell (866 m, ST, 6.6.)


Nasseste Orte:

326,3 l/m² Alberschwende (V)

308,7 l/m² Präbichl (ST)

307,0 l/m² Kolomansberg (S)


Sonnigste Orte:

289 h Güssing (B)

285 h Leibnitz-Wagna (ST)

283 h Bad Radkersburg (ST)


Höchste Windspitzen, Berge (in Klammer Stationshöhe, Bundesland und Datum des Auftretens):

112 km/h Feuerkogel (1618 m, OÖ, 1.6.)

108 km/h Wien-Jubiläumswarte (449 m, W, 8.6.)

104 km/h Patscherkofel (2247 m, T, 7.6.)


Windigste Orte (Tallagen):

119 km/h Wiener Neustadt (285, NÖ, 3.6.); Stationsrekord

94 km/h Waizenkirchen (401 m, OÖ, 8.6.)

90 km/h Wien-Unterlaa (201 m, W, 5.6.)

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