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Karmansche Wirbelstraße bei den Kanarischen Inseln

06. Juli 2012

Karmansche Wirbelstraßen südwestlich der Kanaren (Quelle: Meteosat)

Karmansche Wirbelstraßen südwestlich der Kanaren (Quelle: Meteosat)

Ungewöhnliche Wolkenformationen kann man am heutigen Freitag auf Satellitenbildern bei den Kanarischen Inseln beobachten: Von den Kanarischen Inseln und von Madeira ausgehend ziehen sich aus Wolken bestehende Wirbelschleppen über hunderte von Kilometern nach Südwesten. Dieses Phänomen nennt man Kármánsche Wirbelstraße, mehr zur Entstehung hier:

Kármánsche Wirbelstraßen treten häufig dort auf, wo ein alleinstehender Körper, z.B. ein Stein in einem Bach von einer Flüssigkeit oder einem Gas umströmt wird, folglich sind diese Wirbelstraßen eigentlich eine normale und recht häufige Erscheinung. Selten kommen sich jedoch optisch so schön zur Geltung, wie dieser Tage bei den Kanarischen Inseln.

Im betrachteten Fall sorgen eine ausreichend starke Nordostströmung und die teils mehrere 1000 m hohen Berge der Kanarischen Inseln bzw. diejenigen von Madeira für Karmansche Wirbelstraßen. Die Luft strömt linear auf das Hindernis in der Strömung (den Berg) zu. Da die Luft gezwungen ist, den Berg zu umströmen, wird sie seitlich ausgelenkt. An der Rückseite des Hindernisses pendelt die Luft allerdings nicht einfach in ihre Ausgangslage zurück, sondern sie bildet dort zwei Wirbel. Diese Wirbel lösen sich abwechselnd vom Hindernis ab und werden mit der Strömung davongetragen, so entsteht die auf dem Satellitenbild sichtbare Struktur.

Zusammen mit dem Strömungsfeld wird im Höhenniveau der Wolkenschicht auch die Verteilung von feuchter Luft (Wolken) und trockener Luft (keine Wolken) verändert, erst damit wird die Wirbelstraße durch die Wolken bzw. wolkenfreie Gebiete auch sichtbar.

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