Nicht nur die Iberische Halbinsel hat mit überdurchschnittlich hohen Temperaturen zu kämpfen. In den USA spricht man von einem Rekord-Juli, im Moment stehen die Chancen gut, dass 2012 sogar zu einem Rekord-Jahr wird. Denn seit 117 Jahren, seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, war es nicht so heiß wie heuer. Allein die Julitemperaturen lagen bis zu 6 Grad über dem langjährigen Mittel. Doch das ist nicht alles: Zur Hitze gesellt sich auch eine Dürre, die vor allem die "Kornkammer" im Mittleren Westen betrifft.
Als Ursachen für dieses Extremwetterereignis spielen wohl mehrere Faktoren zusammen: eine stabile, ausgedehnte Hochdrucklage sorgte zusammen mit dem mäandrierenden Jetstream für anhaltende Erwärmung großer Gebiete in den USA. Die heiße, trockene Luft konnte nicht abgeführt werden und auch der äußerst trockene Boden trägt nicht zur Entspannung bei.
Ein Blick auf die gestrigen Temperaturen im Niveau von rund 1500 m erinnert stark an die Situation in Spanien vom vergangenen Wochenende: verbreitet liegen 30-Grad-Inseln über den westlichen Bundesstaaten. Das bedeutet, es ist gebietsweise brütend heiß. So lagen die Temperaturen gestern häufig jenseits der 40-Grad-Marke: die Spitzenreiter liegen in Kalifornien, Nevada, Arizona mit Temperaturen zwischen 43 und 44 Grad Celsius.
Der vielerorts ausbleibende Niederschlag verschärft die Situation weiter. Nicht nur die erhöhte Brandgefahr, vor allem die landwirtschaftlichen Einbußen bereiten vielen Menschen Kopfzerbrechen. In der sogenannten Kornkammer, wo hauptsächlich Mais und anderes Getreide sowie Weideland verdorren muss man einen großen Teil der Ernte abschreiben. Das merkt man bereits an internationalen Märkten.
Die Wetteraussichten für die aktuelle Woche bieten für weite Teile der USA nur wenig Hoffnung. Ergiebige Niederschläge bleiben wohl eher aus, der wenige zu erwartende Regen wird nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein. Die Temperaturen bleiben in den heißen Regionen auf recht hohem Niveau. Inwiefern sich die Situation also wirklich entspannt, ist noch abzuwarten. Tatsache ist aber, dass der größte Teil der bereits entstandenen Schäden nicht mehr rückgängig gemacht werden kann.
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