Unwetter, Hitze und BadewetterDer meteorologische Sommer ging gestern zu Ende - Grund genug, die letzten drei Monate zu bilanzieren: 41 heiße Tage in Andau im Seewinkel, 103 Liter pro Quadratmeter am Hirschenkogel/ Semmering am 30.Juni, bis zu 7 cm großer Hagel in Kirchbichl Tirol (8.Juli) und verbreitet 2 Grad über dem langjährigen Mittel. In Erinnerung bleiben auch Unwettertage wie der 28. Juli in Pöchlarn, als bei einem Mittelalterfest durch umstürzende Bäume 2 Menschen starben und 11 Menschen verletzt wurden, und zuletzt der 25. August, als ein starker Tornado durch das Sölllandl im Tiroler Unterland zog und vielerorts Dächer abdeckte und zahlreiche Bäume entwurzelte.
Viele Hitzetage
Der Sommer startete dabei recht unauffällig. In den ersten beiden Juniwochen lagen sowohl Temperaturen als auch Sonnenstunden fast landesweit im normalen Bereich, allerdings sollte sich die Großwetterlage besonders ab Mitte Juni auf ein Muster einstellen, das mit nur kurzen Unterbrechungen bis Ende August anhielt. Vor allem der Osten und Südosten Österreichs lagen dabei sehr nah an der Hitzeglocke und entsprechend hoch ist hier auch die Anzahl der heißen Tage mit mehr als 30 Grad.
Der Juni fiel verbreitet 2 bis 3 Grad zu warm aus, im Juli war es im Westen meist ausgeglichen, im Südosten bis zu 2 Grad zu warm und im August gab es wieder verbreitet Abweichungen von 2 bis 3 Grad nach oben.
Zahlreiche Unwetter
Im Übergangsbereich zwischen der feuchtkühlen und subtropisch heißen Luft entwickelten sich auch immer wieder Regen- und Gewittersysteme, die in einigen Orten für schwere Schäden sorgten. Besonders betroffen waren dabei die Steiermark und Teile Tirols, doch auch in Ober- und Niederösterreich gingen an einigen Tagen schwere Gewitter mit großem Hagel, schweren Sturmböen und wolkenbruchartigem Regen nieder. „Auffallend waren sowohl im Juni als auch im Juli mehrere langsam ziehende Gewitter, die an Ort und Stelle in kurzer Zeit enorme Regenmengen und in der Folge Vermurungen und Hochwasser brachten“, bilanzieren die UBIMET-Meteorologen. Besonders der Juli geht als einer der nassesten und unwetterreichsten Monate der letzten Jahre in die Geschichtsbücher ein. Herausragend waren zum Beispiel der 8. Juli im Tiroler Unterland mit bis zu 7 cm großen Hagelschloßen oder auch die schweren Unwetter und Murenabgänge vom 19. und 20. Juli mit katastrophalen Auswirkungen besonders im Bezirk Liezen.
Etwas mehr Sonne als gewöhnlich
Was die Sonnenscheinbilanz betrifft, so zeigen sich für die zurückliegenden drei Monate in Summe keine großen Abweichungen nach oben oder unten. In den meisten Regionen reichte es für etwas mehr Sonnenschein als im Schnitt. Zu den sonnenscheinreichsten Regionen gehörten das Südburgenland und das südliche Grazer Becken. In Leibnitz wurden seit dem 1. Juni 884 Stunden registriert, in Bad Radkersburg 872, 7 Stunden.
Höchste Temperaturen des Sommers (in Klammer Seehöhe, Bundesland und Datum des Auftretens):
- 37,9 Grad Hohenau (155 m, NÖ, 20.08.) *
- 37,8 Grad Neusiedl/See (154 m, B, 03.07.)
- 37,7 Grad Wien-Innere Stadt (171 m, W, 30.06.)
* Die 38,3 Grad in Bad Deutsch-Altenburg am 30.Juni sind aufgrund der nicht nach Internationalem Standard aufgestellten Wetterstation anzuzweifeln.
Anzahl der Tage mit mehr als 30 Grad (Hitzetage):
- 1. 41 Tage Andau (122 m, B)
- 2. 40 Tage Neusiedl (154 m, B)
- 3. 39 Tage Güssing (219 m, B)
- 4. 39 Tage Hohenau (155 m, NÖ)
Normal sind an den meisten Orten Ostösterreichs etwa 12 bis 15 Hitzetage im Sommer.
Größte Niederschlagsmengen des Sommers
- 887,7 l/m² Präbichl (1214 m, ST)
- 861,2 l/m² Rudolfshütte (2304 m, S)
- 770,4 l/m² Schröcken (1260 m, V)
am anderen Ende findet sich - wenig überraschend - Hohenau an der March (NÖ) mit 138,5 l/m²
Größte Windgeschwindigkeiten (Tallagen)
- 130 km/h Waizenkirchen (401 m, OÖ, 05.07.)
- 115 km/h Melk (301 m, NÖ, 28.07.)
- 112 km/h Innsbruck- Kranebitten (584 m, T, 22.08.)







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