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Update zum Tropensturm NADINE

20. September 2012

Bodendruck und Bodenwind (Quelle: UBIMET, ECMWF-Modell)Bodendruck und Bodenwind (Quelle: UBIMET, ECMWF-Modell)Die mittlerweile vom Hurrikan zum Tropensturm herabgestufte Nadine dreht  nach wie vor weit draußen auf dem Atlantik im Bereich der Azoren ihre Kreise. Die Inselgruppe bekommen die Auswirkungen aktuell zu spüren, danach ist unsicher wie es mit Nadine weitergeht. Unter Umständen betrifft der Tropensturm in weiterer Folge auch das europäische Festland.

 

Am Donnerstag Abend liegt das Zentrum von Nadine etwa 200km südwestlich von Faial, der westlichsten Insel der Azorenhauptgruppe. Im Laufe des Freitags und auch am Wochenende wird von den Wettermodellen und auch vom National Hurrican Center (eine Abteilung des staatlichen Wetterdienstes der USA) eine langsame Bewegung nach Südost vorhergesagt. Die Zuggeschwindigkeit beträgt zunächst etwa 15 km/h, nimmt aber zum Sonntag hin immer mehr ab und geht voraussichtlich auf etwa 5 km/h zurück. 

Für den Sonntag wird in etwa eine Position des Sturmzentrums auf 32°N / 26°W vorhergesagt, also gut 1500 km südlich der Azoren. Bis dahin sind sich die Vorhersagen der verschiedenen Modelle in etwa einig, allerdings beginnen dann die großen Unsicherheiten. Die Mehrheit der Modellsimulationen lassen den Tropensturm dort draußen auf dem Atlantik wieder ein Stück zurück nach Westen wabern und langsam aber sicher absterben. Mangels Höhenwind in der mächtigen subtropischen Hochdruckzone besteht kein Ausweg für Nadine.

Einige Modellläufe deuten jedoch ein anderes Szenario an. Hier kann der am Wochenende vom Nordmeer her ausbrechende Kaltlufttrog so weit nach Süden ausgreifen, dass Nadine langsam aber sicher in den Einfluss des starken Höhenwindes aus West an der Südseite des Troges kommt und sich langsam nach Osten bewegt. Dort wandert sie bis Mittwoch schon einige hundert Kilometer, bevor der Kaltlufttrog noch einen Ruck nach Süden macht und Nadine endgültig in seinen Einflussbereich ziehen kann. Der Sturm erfährt dann eine markante Beschleunigung und erhält unter dem Einfluss der kräftigen Höhenwinde neue Dynamik. Unter Intensivierung zieht sie dann rasch über die Straße von Gibraltar (siehe Karte rechts - der giftig gefärbte Bereich stellt den Bereich mit dem stärksten Bodenwind dar) und die Balearen über Frankreich und den Ärmelkanal, bevor sie in der kalten Luft über der Nordsee langsam verhungert und das Zeitliche segnet.

Dieses Szenario stellt sicher nicht die wahrscheinlichste der verschiedenen Lösungen dar - liegt aber im Bereich des Möglichen und muss beobachtet werden. Denn wenn das so wirklich eintritt, werden sich die Bewohner der betroffenen Regionen auf ziemlich unangenehmes Wetter mit starkem Regen und stürmischem Wind einstellen müssen.

 

 

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