Unbeeinflusst von langjährigen Vorbereitungen und Tests für die Red Bull-Stratos Mission und den Weltrekordsprung von Felix Baumgartner aus der Stratosphäre zeigt sich wie so oft bei Freiluftsportarten das Wetter. Auch wenn alle möglichen und unmöglichen Problemstellungen, die auf das Experiment Einfluss haben, immer und immer wieder durchlaufen werden, hängt das Glück zum Gelingen oft an einem seidenen Faden. Letztendlich sind also die Wetterbedingungen maßgeblich für die Durchführung verantwortlich.
Roswell, der Ort des Geschehens, liegt im Bundesstaat New Mexiko etwa 350 km Luftlinie nördlich von Mexiko. Die Stadt befindet sich auf der Leeseite, also der windabgewandten Seite der Rocky Mountains in 33° nördlicher Breite (- das entspricht in etwa den südlichsten Regionen Tunesiens). Diese Region ist grundsätzlich von recht trockenem Wetter mit heißen Sommern geprägt. In den Wintermonaten kann es aber durchaus recht kalt werden, so liegt die Durchschnittstemperatur im Jänner bei nur +4,2 °C.
Was für den Start wettertechnisch besonders relevant ist, sind die Winde am Boden. Vor allem beim Füllen des Ballons sollte nahezu Windstille herrschen, denn die dünne Polyethylenhaut des Ballons, die nur etwa 0,02 mm stark ist, erreicht ihre höchste Stabilität erst im gefüllten Zustand. Dazu kommt noch, dass der Ballon eine Höhe von nahezu 200 m aufweist. Über diese vertikale Erstreckung können mitunter schon beachtliche Unterschiede der Windgeschwindigkeit und -richtung auftreten, die mit großen Kräften auf die dünne Haut des Ballons einwirken. Auch beim Aufstieg durch die Troposphäre, der wetteraktiven Schicht der Erdatmosphäre, treten teils enorme Kräfte durch Turbulenzen auf.
Zudem ist es von großer Bedeutung, dass die Atmosphäre zum Zeitpunkt des Aufstiegs sehr trocken geschichtet ist, um die Bildung von Eis an der Kapsel so gering wie möglich zu halten. Selbst Cirren, also dünne Schleierwolken am Oberrand der Troposphäre, könnten bereits gefährlich für das Gelingen der Mission werden.
Warum nicht noch höher?
Mit einer Absprunghöhe von 36.000 m soll der Sprung in die Geschichtsbücher eingehen. Warum nicht gleich noch größere Höhen angepeilt werden, hat eine einfache Erklärung: In dieser Höhe hat Helium die gleiche Dichte wie Luft, sodass ein weiterer Anstieg nicht mehr möglich ist.
Wir von UBIMET wünschen dem Stratos-Team auf alle Fälle gutes Gelingen!
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