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Die Krux mit dem Hochnebel

18. Oktober 2012

Hochnebel im Flachland - typisch für Herbst und WinterHochnebel im Flachland - typisch für Herbst und WinterIm Herbst herrscht häufig bei Hochdruckwetter Hochnebel: Obwohl steigender Luftdruck weniger Wolken und Sonnenschein suggeriert, halten sich gerade in den Niederungen oft zähe Hochnebelfelder, die auch am Nachmittag kaum aufgehen. Während sich im Unterinntal statistisch gesehen neun von zehn Hochnebel bis Mittag auflösen, verdichtet sich der Hochnebel im Wiener Becken paradoxerweise gerade dann, wenn der Wind aus einer bestimmten Richtung weht. Welche Arten von Hochnebel es gibt, und wie man die Obergrenze der Nebelschicht abschätzen kann, erfahrt ihr gleich ...

Hochnebel entsteht entweder vor Ort durch die nächtliche Auskühlung (abgehobener Strahlungsnebel), durch vorangegangenen Niederschlag oder wird von Hochnebelgebieten herantransportiert ("advehierter Hochnebel"). Wenn sich an der Wetterlage nichts ändert, entsteht er erneut (Wiederholungsnebel).

Voraussetzung für Hochnebel ist Hochdruckeinfluss, unter dem großräumige Absinkbewegungen einsetzen. Die resultierende Sperrschicht (Temperaturinversion) mit warmer Luft in der Höhe und kalter Luft am Boden markiert die Wolkenobergrenze, an der sich der Hochnebel seitlich ausbreitet und dadurch kilometerweit eine konturlose Wolkenmasse bildet. Im Titelbild überdeckt der Hochnebel die gesamte Pannonische Tiefebene, das Donautal sowie das Alpenvorland. Im Gebirge sorgt die starke Auskühlung für Talauswind und Nebelauflösung, bzw. die Hangwindzirkulationen für eine rasche Auflösung von Hochnebel am Tag. Diese Windsysteme fehlen im Flachland, weshalb sich dort der Hochnebel tagsüber viel hartnäckiger hält.

Eine meteorologische Besonderheit existiert von der südlichen Steiermark über das Burgenland bis zum Waldviertel. Hier bildet sich Hochnebel bevorzugt bei Südostwind. Da das Gelände von der Pannonischen Tiefebene zum Steirischen Hügelland, der Buckligen Welt, dem Alpenostrand sowie dem hügeligen Wald- und Weinviertel ansteigt, wird die Luft bei Südostanströmung sanft, aber stetig angehoben. Hebung verursacht Kondensation und Wolkenbildung. Je stärker der Südostwind, desto wahrscheinlicher die Hochnebelbildung. Während im nördlichen Alpenvorland Wind für Nebel- und Hochnebelauflösung verantwortlich ist, verstärkt sich die Hochnebeldecke am Alpenostrand. Einzig westlicher bis nordwestlicher Wind sowie starker Südsüdwestwind bedingt durch föhnige Abwärtsbewegungen Nebelauflösung.

Faustregeln:

  • Je stärker der Hochdruckeinfluss, desto tiefer der Hochnebel.
  • Schwächt sich der Hochdruckeinfluss ab bzw. zieht in höheren Luftschichten ein Tief durch (sogenannte "Kaltlufttropfen"), steigt der Hochnebel an.
  • Winddrehung von Ost auf West erzeugt oft sich lichtenden oder gänzlich auflösenden Hochnebel.
  • Dichte hohe/mittelhohe Wolken (z.B. einer Warmfront) lösen den Hochnebel durch "Gegenstrahlung" auf
  • Niederschlag über dem Hochnebel reißt die Wolkentropfen mit sich (Auflösung)
  • Im Wiener Becken: Bei Südföhnlagen bildet sich durch Südostwind vermehrt Hochnebel, bei starkem Südföhn löst sich der Hochnebel am unmittelbaren Alpenostrand auf.
  • Inneralpin ist Hochnebel selten beständig und löst sich häufig ab Mittag auf.

Prädestinierte Hochnebelregionen sind der Bodenseeraum, das Unterinntal, Klagenfurter Becken, südliche Steiermark, Mur-Mürz-Furche, oberösterreichischer Zentralraum, Wiener Becken.

Nachfolgend noch ein paar Bildbeispiele für Hochnebel:

Hochnebel im Pustertal (Südtirol)Hochnebel im Pustertal (Südtirol)Hochnebel im Wiener BeckenHochnebel im Wiener Becken

Hochnebel mit ''Gesicht'' über KroatienHochnebel mit ''Gesicht'' über Kroatien

Hochnebel in Pannonien und der WalacheiHochnebel in Pannonien und der Walachei

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