Auf den Bergen fast schon schweißtreibende TemperaturenIn den letzten Tagen sorgte eine über Westeuropa bis nach Marokko südwärts ausgreifende Tiefdruckrinne dafür, dass außergewöhnlich warme Luft aus Nordafrika nach Mitteleuropa einfließen konnte. Da seitdem die Luft in mittleren und höheren Lagen des Berglands sogar deutlich wärmer ist, als im Durchschnitt in den Sommermonaten üblich, blieben dort ungewöhnlich hohe Temperaturen und sogar Monatsrekorde nicht aus:
Während im Flachland bedingt durch die teils zähen Nebel- und Hochnebelfelder die Temperaturen gedämpft ausfallen, wurden am Freitag vor allem im Bergland außergewöhnliche Spitzenwerte registriert. Selbst in 1500 m kletterte das Quecksilber teils über die 20-Grad-Marke.
Rekorde teilweise pulverisiert
Beispielsweise wurde der bisherige Oktober-Rekord am Feuerkogel (OÖ, 1618 m) regelrecht in den Schatten gestellt. Das absolute Maximum der 84-jährigen Messreihe wurde bislang mit 21,4 Grad am 13.10.1990 gemessen, dieser Wert konnte mit 22,7 Grad deutlich überboten werden. Föhnunterstützt wurden auch an einem guten Dutzend weiterer Stationen neue Oktoberrekorde verzeichnet, darunter beispielsweise Reutte (27,1 Grad, Messreihe seit 1966), Fraxern (26,6 Grad, Messreihe seit 1989) und Achenkirch (25,2 Grad, Messreihe seit 1987).
In den Niederungen nicht ganz so warm
Die derzeit im Alpenraum lagernde Luftmasse hätte im Prinzip in tiefen Lagen das Potential für noch deutlich höhere Temperaturen - wenn die Sonne höher stehen und damit den Boden stärker erwärmen würde. In der freien Atmosphäre beträgt die Temperatur in ca. 1,5 km Höhe derzeit 16 bis 18 Grad, im Sommer sind es dort im Mittel etwa 13 Grad. Daran erkennt man, dass es sich um eine für die Jahreszeit wirklich ungewöhnlich warme Luftmasse handelt. Bei wie im Sommer hoch stehender Sonne und wolkenfreien Bedindungen würden die Höchstwerte in der derzeitigen Luftmasse in tiefen Lagen (z.B. in Wien, Linz, Graz) etwa bei 31 bis 33 Grad liegen!
Allerdings trifft die Sonnenstrahlung jetzt nur noch in flachem Winkel den Boden und der Tag ist schon recht kurz, damit können sich der Boden und die bodennahe Luft lange nicht so stark aufheizen, wie im Sommer. Zudem kühlt die Luft bodennah in den langen Nächten stark aus und zum Teil blockiert der in der Nacht entstehende Hochnebel am nächsten Tag zusätzlich die Sonneneinstrahlung. Somit treten die höchsten Temperaturen eher in mittleren Lagen auf, vor allem dort, wo der Föhn zusätzlich für Erwärmung sorgt.
Weiterhin ruhiges Hochdruckwetter
Das ruhige und insbesondere in mittleren Höhen ungewöhnlich warme Oktoberwetter bleibt uns auch in den kommenden Tagen erhalten, bis weit in die neue Woche hinein ist nicht mit einer wesentlichen Wetteränderung zu rechnen. Die Temperaturen gehen zwar in den kommenden Tagen allmählich etwas zurück, es bleibt aber weiterhin viel zu mild für die Jahreszeit. Große Unsicherheiten gibt es allerdings noch bei der Wetterprognose für das verlängerte Wochenende. Eine Kaltfront könnte pünktlich am Nationalfeiertag einen deutlich kühleren Wetterabschnitt einleiten, in weiterer Folge möglicherweise mit einem ersten Gruß vom Winter bis in die Niederungen.
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