Am Sonntagmorgen kann der Tag in weiten Teilen des Landes weiß beginnen.
Wenn die Position von Tief- und Hochdruckgebieten es zulässt, kann es auch im Herbst sommerlich warm werden, wie wir es letzte Woche im Alpenraum erfahren durften. Im Vorfeld eines kräftigen Tiefs über Westeuropa wurde warme Luft subtropischen Ursprungs nach Mitteleuropa transportiert, sodass mit kräftiger Unterstützung des Föhns bis zu hochsommerlichen 29 Grad erreicht wurden! Nun werden die Wetterkarten neu gemischt und die Hoch- und Tiefdruckgebiete nehmen eine ganz andere Position ein, und zwar eine recht winterliche!
Sonnenhungrige und Freunde hoher Temperaturen dürfte der Blick in die europäische Wetterküche, den Atlantik, nicht so gut gefallen, Winterfans hingegen sehr! Zwischen den Britischen Inseln und Island etabliert sich ein kräftiges Hochdruckgebiet, welches sich in den kommenden Tagen nur langsam etwas in Richtung Norden weiter verlagert. Über Nordskandinavien befindet sich hingegen ein umfangreiches Tiefdruckgebiet, das in den Skanden schon für winterliche Bedingungen sorgt. Diese Druckkonstellation ist das Rezept für winterliche Verhältnisse auch in Mitteleuropa.
Polarluft wird angezapft
Während sich Hochdruckgebiete generell im Uhrzeigersinn um ihren Kern drehen, rotieren Tiefs umgekehrt, also gehen den Uhrzeigersinn. Zwischen dem Hoch über dem Nordatlantik und dem Tief über Skandinavien stellt sich als Folge dieser Drehbewegungen über der Nordsee eine kräftige Nordwestströmung ein. Dabei wird mäßig feuchte und kalte Polarluft angesaugt und in der Nordwestströmung nach Südosten in Richtung europäischer Kontinent transportiert. Am Freitagabend erreicht sie den Norden Österreichs, im Laufe des Samstags sinkt die Schneefallgrenze dann im ganzen Land bis in die Niederungen.
Dritter Mitspieler: ein Mittelmeertief
Zwischen einen Hoch vor den Britischen Inseln und einen Tief über Skandinavien stellt sich eine kräftige Nordwestströmung ein.
Während Hoch und Tief über dem Atlantik bzw. über Skandinavien für die entsprechend kalte Polarluft sorgen, macht es sich ein weiteres Tief, welches von Spanien in Richtung Italien zieht, zur Aufgabe, eine weitere Zutat für den Schneefall beizusteuern, feucht-warme Mittelmeerluft. Das hat zur Auswirkung, dass aus heutiger Sicht besonders im Südosten des Landes große Niederschlagsmengen fallen können. Allerdings wird in den tiefen Lagen der Großteil des Niederschlags in Form von Regen nieder gehen, bevor die kalte Polarluft auch hier am Samstagabend ankommt.
Schnee bis ins Flachland im Oktober
Bestimmt fragen sich nun viele Leser, ob ein so früher Wintereinbruch denn normal wäre. Tatsächlich liegen die Temperaturen der kommenden Tagen unter dem langjährigen Mittelwert. Aber wie das Wort "Mittel" schon verrät, sind Abweichungen die Regel. So wurden zum Beispiel in Klagenfurt im Oktober des Jahres 1950 7 cm Schnee gemessen, Wien brachte es 2003 gleichfalls auf 7 cm und in Innsbruck fielen 1972 stolze 17 cm von der weißen Pracht. Das Ereignis am kommenden Wochenende wird aus heutiger Sicht aber eher nicht für neue Rekorde sorgen.
Twittern







Facebook



Keine Kommentare
Sie müssen registriert sein um einen Kommentar abgeben zu können.